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Profit durch Angst vor Terror - ein vergiftetes Geschenk für den E-Commerce

Die abscheuliche aktuelle Terrorwelle verunsichert die Menschen. Die brutalen Anschläge verstärken die Zurückhaltung vieler Konsumenten beim Besuch von Einkaufszentren und belebten Innenstädten. Das trifft den stationären Handel und spielt dem Online-Handel in die Karten. Doch Profit durch Angst vor

Profit durch Angst vor Terror - ein vergiftetes Geschenk für den E-Commerce

Eines gleich vorab: Es gibt weit wichtigere Schlüsse, die aus der seit Monaten viele europäische und jetzt auch deutsche Städte überziehenden Terrorwelle zu ziehen sind, als deren Auswirkungen auf den Einzelhandel. Doch fände ich es auch grundfalsch, wenn der Handel insgesamt und der Online-Handel im Besonderen dieses schreckliche Thema schlicht ignorieren würde. Kommentarloses business as usual ist ganz sicher nicht die richtige Antwort der Stunde.

Der Handel ist eine wichtige wirtschaftliche Säule. Und im Verbund mit seinen Kunden ist er auch eine riesige gesellschaftliche Gruppe. Denn Konsumenten sind wir schließlich alle. Immer wieder wird derzeit tapfer in die Mikrofone gesprochen, dass wir uns vom Terror in unserer Lebensweise nicht beeinflussen lassen dürfen. Das finde ich richtig. Und doch werden viele Menschen auf absehbare Zeit ein ungutes Gefühl dabei haben, große Menschenansammlungen aufzusuchen. Auch dafür habe ich Verständnis. Große Menschenansammlungen: Die findet man auch in Kaufhäusern, Einkaufszentren und den Innenstädten allgemein. Das sind die Standorte des stationären Handels. Gänzlich unangebracht fände ich jetzt eine klammheimliche Freude im Online-Handel über etwaige zusätzliche Marktanteile in Folge des Terrors. Engagement ist angesagt.

Konsumforscher sehen Probleme für stationären Handel durch Terror

Es ist natürlich schwer absehbar, in welchem Maße eine gewisse Terrorangst den stationären Handel negativ beeinträchtigen wird. Doch Konsumforscher fürchten bereits, dass die Angst vor Terror und Amokläufen für dessen Geschäft nicht ohne Folgen bleiben wird. Der unfassbare Amoklauf im Münchener Einkaufszentrum OEZ sorgt hier natürlich für eine furchtbar konkrete und branchennahe Verunsicherung bei den Kunden.

GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl schließt daher auch nicht aus, dass die Angst vor Terror und Amokläufen die Kauflust der Bundesbürger bremsen könnte. "Ich denke, der eine oder andere wird in der nächsten Zeit größere Menschenansammlungen meiden. Das könnte dann vor allem Läden in den Innenstädten treffen", sagte er gegenüber dem Nachrichtensender n-tv. Viele dürften seiner Ansicht nach zumindest vorübergehend stärker Angebote des Online-Handels nutzen.

Ein vergiftetes Geschenk für den Online-Handel

Diese in Aussicht stehenden zusätzlichen Umsätze sind ein vergiftetes Geschenk für den Online-Handel. Ich bin mir sicher, dass alle interaktiven Händler im Tausch gegen ein sofortiges Ende der terroristischen Bedrohungen liebend gerne auf dieses Geschenk verzichten würden. Gesunder Wettbewerb um Marktanteile zwischen online und stationär in den Kategorien Service, Kundenfreundlichkeit, Qualität, Auswahl und Preis-Leistung: Ja, gerne! Zusätzliches Business Dank Terrorangst: Nein, Danke!

Nun könnte der E-Commerce sich natürlich auch nicht wirklich dagegen wehren, wenn die prognostizierte Entwicklung tatsächlich eintreten sollte. Sie wäre ja auch gar nicht verlässlich nachweisbar. Wer vermag schon festzustellen, ob ein bestimmter Artikel in friedlicheren stationär statt online eingekauft worden wäre? Niemand kann das. Aus den gleichen und noch einigen anderen sehr triftigen Gründen ist auch eine wie auch immer geartete Quersubventionierung als Ausgleich zwischen klassischem und interaktivem Handel selbst in der aktuellen Ausnahmesituation völlig undenkbar. Was könnte also getan werden?

Der E-Commerce kann als Branche ein Zeichen gegen Terror setzen

Eine Möglichkeit für den E-Commerce als Branche, ein kraftvolles Zeichen gegen Terror und der Solidarität mit den Betroffenen zu setzen, wäre eine von den Branchenverbänden initiierte Spendenaktion. Der BVOHund der bevhhätten jetzt die Chance, beispielsweise mit dem Aufruf zu und der Organisation von freiwilligen Spenden ihrer Mitglieder und auch nicht-organisierter Online-Händler zu zeigen, dass der E-Commerce keine kalte, anonyme Gelddruckmaschine ist, sondern eine Branche, in der mitfühlende und solidarische Menschen arbeiten. Begünstigt von den Spenden könnten die von den Anschlägen betroffenen Rekonvaleszenten sowie die Hinterbliebenen der Todesopfer sein. Da hilft jeder Euro. Und gerade in diesen Zeiten es ist auch die menschliche Geste, die zählt. Das meine ich zumindest.

Umsatz- und profitstarke E-Commerce-Giganten könnten sich im Rahmen ihrer Corporate Social Responsibility ebenfalls in ähnlicher Weise engagieren.

Und für diejenigen, die auch im Rahmen ihres sozialen Engagements immer noch mit einem halben Auge auf positive Nebeneffekte schielen, sei gesagt: Solche Aktionen helfen nicht nur konkret den Betroffenen, sondern zahlen langfristig auch auf das Image der Branche insgesamt und das des betreffenden Unternehmens ein.

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