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Shop-Betreiber im Interview: 11 Fragen an Taschendoktor Flamindigo

Dr. David Usadel ist der Taschendoktor. 2012 gründete der junge Arzt Flamindigo, einen Shop für Handtaschen mit Persönlichkeit. Warum? Weil er die Herausforderung suchte und – wie er sagt – vermeiden möchte, wie viele seiner Kollegen zum "Fachidioten" zu werden.
Shop-Betreiber im Interview: 11 Fragen an Taschendoktor Flamindigo

Online gingen seine Produkte 2014 mit dem Shop-System VersaCommerce – heute verkauft er die meisten seiner tragbaren Werke über seinen Online-Shop. Noch macht er alles bis auf die Produktion selbst. Doch wenn der Erfolg anhält, wird er wohl lernen müssen, Aufgaben auch mal abzugeben, damit er sich ganz auf Design und Produktentwicklung fokussieren kann.


Der Fla­min­di­go (Kompositum aus Fla­min­go und In­di­go) verkörpert Exo­tik, Ele­ganz und Far­ben­pracht. (Logo: www.flamindigo.de)

1. Beschreibe in einem Satz was dein Unternehmen macht.

Flamindigo ist ein kleines, feines Label für hochwertige Lederhandtaschen in zeitlos eigenständigem Design, welche die Besonderheit haben, dass die Henkel und Schulterriemen in diversen Farben erhältlich sind und jederzeit, je nach Outfit und Laune der Kundin, ausgetauscht werden können.

2. Wie bist du zu VersaCommerce gekommen?

Der Freund der mir mit der Homepage geholfen hat, hat VersaCommerce empfohlen.

3. Bist du zufrieden mit dem Shop-System aus der Cloud?

Es gab Startschwierigkeiten mit dem Bezahlsystem. Ich habe keinen Vergleich, insofern kann ich nicht sagen ob VersaCommerce gut ist. Was ich jedoch als sehr positiv erlebe, ist der persönliche, unkomplizierte Kontakt, ich habe immer das Gefühl dass man sich bemüht.

4. Was macht dein Unternehmen besonders?

Die Kundinnen dürfen bei Flamindigo eine sehr persönliche, direkte und menschliche Abwicklung sämtlicher Anfragen und Bestellungen erwarten. Ich bin immer offen für Anregungen, so werden die Produkte stets verfeinert und optimiert. Ich habe schon verschiedene Kundenvorschläge umgesetzt und bin immer dankbar für gute Ideen! Hin und wieder kommt es auch vor, dass eine Kundin besondere Wünsche hat, auf die ich gerne eingehe – so sind mitunter besondere Farbkombinationen gefragt oder eine Kundin wünscht eine Beratung zu den einzelnen Taschenmodellen oder zur Farbauswahl. Die Kundinnen können sich zum Beispiel auch ihre Initialen in die ausgewählte Tasche prägen lassen. Es kommt nicht selten vor, dass ich persönliche Briefe von Kundinnen oder Kunden erhalte, die sich für die schöne Tasche oder für die außergewöhnlich persönliche Abwicklung bedanken. Oder Ehemänner geben mir Rückmeldung, dass die verschenkte Tasche gut bei Ihrer Liebsten angekommen ist. Das freut mich immer sehr und motiviert mich, genau so weiter zu machen!

5. Wer ist dein derzeit bekanntester Kunde?

Die Flamindigo-Taschen haben schon den Weg in verschiedene Länder und Kontinente gefunden. Hier in Deutschland dürfte zum Beispiel Giulia Siegel vielen Leuten bekannt sein. Auch Toni Garrn hat eine Tasche von mir bekommen – als Geschenk, weil ich sie bewundere für ihre natürliche, auf dem Boden gebliebene Art und ihr Engagement für Menschen, die es nicht so gut haben wie wir.

6. Was ist das aktuell wichtigste Thema für dich?

Das ist aktuell der Spagat zwischen der unbeirrbaren Weiterentwicklung und Umsetzung meiner Ideen einerseits und andererseits den immer wieder an mich herangetragenen gut gemeinten Ratschlägen Außenstehender, die mich dazu bewegen wollen, mehr an die Öffentlichkeit zu gehen und die Werbetrommel zu rühren. Aber es liegt mir nicht, wie ein Marktschreier bei jeder Gelegenheit meine Produkte anzupreisen und unters Volk bringen zu wollen. Ich vertraue nach wie vor auf den Grundsatz: Ein gutes Produkt braucht keine Werbung! Und bisher liege ich damit goldrichtig! Ich staune immer wieder selbst, wie wenig ich dafür tun musste, um bekannt zu werden und Handtaschen zu verkaufen. Die größte Überraschung waren für mich bisher Anfragen von Fernsehsendern, die an einer Sendung über den „Handtaschendoktor“ interessiert waren. Nach Ausstrahlung dieser Sendungen ging hier im wahrsten Sinne des Wortes „die Post ab“, so dass die Kundinnen Wartezeiten von mehreren Wochen in Kauf nehmen mussten, da wir einfach nicht mehr hinterher kamen.

7. Was war deine bedeutsamste berufliche Entscheidung?

Zweigleisig zu fahren: Ich arbeite gern als Arzt, aber die Verbindung mit meinem „zweiten Leben“ als Handtaschendesigner bietet die perfekte Balance. Ich bin in einer Praxis als Facharzt für Allgemeinmedizin und Diabetologe tätig. Als sich die Zeit der Facharztausbildung zu Ende neigte, schreckte mich die Vorstellung ab, mich die folgenden Jahrzehnte bis zum Rentenalter überwiegend mit Krankheit und Leid zu beschäftigen. Ich dachte mir: „Das kann es noch nicht gewesen sein!“ Und so hörte ich in mich hinein und fragte mich, ob es noch etwas anderes gibt, womit ich mich gerne beschäftigen möchte. Und so landete ich sehr schnell bei der Welt der Mode, welche mit ihrem Glanz und all den damit verbundenen sehnsuchtsvollen Orten ein wunderbares Gegenstück bildet zu dem Leid, mit welchem man als Arzt tagtäglich konfrontiert wird.


Lookbook: Taschen und Henkel lassen sich beliebig kombinieren. (Screenshot: www.flamindigo.de) Lookbook: Taschen und Henkel lassen sich beliebig kombinieren. (Screenshot: www.flamindigo.de)


8. Was bereitet dir aktuell Sorge?

Was Flamindigo betrifft, habe ich keine Sorgen. Ich bin in der glücklichen Lage, dass meine Existenz nicht vom Erfolg von Flamindigo abhängig ist. Das verleiht dem Projekt eine sehr wertvolle Gelassenheit und Ruhe, ohne die das Label wahrscheinlich nicht das geworden wäre, was es heute ist. Ich erlaube mir den Luxus, mich nicht darum zu kümmern, wonach die breite Masse gerade verlangt, sondern setze um, was mir wichtig ist und gefällt. Und offensichtlich scheine ich damit einen Volltreffer gelandet zu haben.

9. Und was lässt dich hoffen?

Wenn ich mir die Modebranche anschaue, dann tun mir mitunter die Modeschöpfer leid, die sich auf den kaum zu gewinnenden Wettlauf mit der Schnelllebigkeit unserer Zeit eingelassen haben und permanent versuchen, den Mitbewerbern um einen Schritt voraus zu sein. Und die Kunden tun mir leid, da das erworbene Kleidungsstück mit dem Kauf praktisch schon wieder out ist. Einzelne Beispiele lassen mich hoffen, dass sich langsam ein Bewusstsein einstellt, welches sich von diesem Trend abwendet und sich auf zeitlose, hochwertige Produkte konzentriert, welche den sich ständig wandelnden Trends standhalten und vielleicht auch noch einer nachfolgenden Generation gefallen werden. Ich versuche mit Flamindigo, in diesem Punkt ein Beispiel zu sein.

10. Wenn du dir etwas Gutes tun möchtest, dann...

... gehe ich mit meinen Hunden in den Wald und lasse den Alltag hinter mir, um meinen Gedanken und Ideen freien Lauf zu lassen und wieder zu mir zu kommen.

11. Wenn dich deine Freunde beschreiben sollten, wäre das erste Wort, das ihnen in den Sinn kommt

... mutig.

Herzlichen Dank für das Interview!


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Bilder © Flamindigo

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