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Nordisch by Nature: 11 Fragen an Baltic Design Shop

Brigitta Ziegler lebt zwar seit neun Jahren in Stuttgart, ist aber gebürtige Estin. Kein Wunder also, dass sie  skandinavisches Design liebt. Mit ihrem Baltic Design Shop hilft sie, die nordischen Designs in Deutschland populär zu machen. Sie hat im März als eine von Vier den Startup Booster von VersaCommerce gewonnen.
von anne

Gedanken darüber, dass sie die baltischen Design-Objekte verkaufen könnte, kamen ihr bereits vor drei Jahren. Da sie fest daran glaubt, dass Menschen etwas schaffen können, wenn sie es nur motiviert genug angehen, packte sie es an und machte sich mit ihrem Baltic Design Shop selbständig.

Brigittas Shop, den sie als Inhaberin allein betreibt, ging im Juni 2014 online. Ihr Ansatz dabei: ein kleiner, unabhängiger Shop mit originellen Designer-Stücken und vielen Hintergrundinfos zur Herkunft der verwendeten Materialien und zu den Herstellern. Denn für sie hat das Konzept – weg von Massenware und tausend Artikeln, durch die man sich ewig klicken muss – durchaus Zukunft. Stattdessen will sie ihren Kunden mit ihrem kleinen, aber feinen Webshop, das Gefühl geben, etwas Besonderes gekauft zu haben.

1. In einem Satz: Was macht dein Unternehmen?

Baltic Design Shop ist ein Online-Shop für nordische Möbel und Wohnaccessoires von gegenwärtigen baltischen Designern.

2. Was macht dein Unternehmen besonders?

In dieser Konstellation – begrenzt auf ein bestimmtes regionales Gebiet – ist ein Design-Shop doch noch etwas ungewöhnlich. Dazu kommt, dass das baltische Design in Deutschland relativ unbekannt ist, obwohl es wirklich besonders ist. Was viele nicht wissen: durch die unmittelbare Nachbarschaft zu den Finnen, durch die Sprachverwandtschaft und Ähnlichkeit in der Mentalität ist vor allem estnisches Design quasi eine Erweiterung des finnischen und natürlich auch skandinavischen Designs. Nur exklusiver und individueller, da die Produktion nicht auf einen Massenmarkt ausgerichtet ist.

Wer sich also ein Bild darüber machen will, was das Baltikum an Designermöbeln und Wohnaccessoires zu bieten hat, bekommt in meinem Shop eine sehr gute Übersicht. Auf Dauer soll der Shop auch zu einer Anlaufstelle für junge innovative Designer aus dem Baltikum werden, die ihre Produkte auf dem deutschen Markt vorstellen und die Nachfrage hier testen wollen. Aber das ist erst Zukunftsmusik.

Besonders ist auch das Shop-Konzept: der gewollte persönliche Kontakt zu meinen Kunden und zu den Designern. Es ist mir wichtig nach außen zu zeigen, wer hinter dem Shop steht. Ich poste in Social-Media-Netzwerken auch mal ein Foto von meinem Büro, von dem alten Bauernhof in Estland, wo ich den Sommer verbringe oder von meiner Produktsuche in Riga. Viele der Designer kenne ich persönlich und treffe sie auch ab und zu. Ich stehe voll und ganz hinter den Produkten, die ich im Shop verkaufe und versuche das auch zu vermitteln.

3. Wie bist du zu VersaComerce gekommen?

Die Suche nach der richtigen Shop-Software hat bei mir doppelt so lang gedauert, als ich geplant hatte. Es ist immer an drei Punkten gescheitert: an guten kostenlosen Designvorlagen, an der intuitiven Bedienbarkeit des Admin-Bereichs und am Fehlen eines persönlichen Supports. Bei VersaCommerce habe ich dann gefunden, wonach ich gesucht hatte. Das war im Juni 2014.

4. Bist du zufrieden mit dem Shopsystem aus der Cloud?

Es gab immer wieder einige Bereiche, die nicht zu 100 Prozent funktioniert haben, die aber durch den persönlichen Support schnell gelöst werden konnten. VersaCommerce wird durch die stetige Weiterentwicklung ein richtig gutes und innovatives Shopsystem haben. Ich und mein Shop, wir wachsen mit.


Außergewöhnliche und exklusive Design-Produkte - ob Puzzle-Teppich oder Perlen-Untersetzer - und ihre Macher stehen im Fokus des Online-Shops. (Screenshot: www.balticdesignshop.de)

5. Was ist das aktuell wichtigste Thema für dich?

Es gibt parallel immer mehrere Themen, die ich angehe und die mich beschäftigen. Gerade sind es zum Beispiel einige neue Produkte, die ich unbedingt in meinem Shop haben möchte. Es sind Tische, Schränke und Stühle aus recyceltem Holz, die aber nicht benutzt und grob wirken – wie alles, was ich bis jetzt gesehen hab – sondern wirklich Stil haben. Daneben arbeite ich an der Erstellung erster Presseartikel. Da kam das Interview mit netzaktiv genau richtig!

6. Was war deine bedeutsamste berufliche Entscheidung?

Mich selbständig zu machen und den Shop zu eröffnen.

7. Was bereitet dir aktuell Sorge?

Was meine Arbeit angeht, bin schon jetzt – nach nur einem Jahr – zuversichtlich, dass ich damit dauerhaft Erfolg haben werde. Sorgen mache ich mir eher wegen der baltischen Staaten. Wladimir Putin ist unberechenbar und mittlerweile wird in den baltischen Medien ernsthaft die Frage gestellt, ob man flüchten oder bleiben soll, wenn Russland angreift. Die Welt hat sich spätestens seit der Ukraine-Krise geändert. Der Frieden – so wie wir ihn kannten – ist vorbei.

8. Und was lässt dich hoffen?

Ich will jetzt hier nicht viel über Politik reden. Ich hoffe nur, dass meine Befürchtungen unbegründet sind.

9. Gut, weg von der Politik, hin zu dir. Wenn du dir etwas Gutes tun möchtest, dann …

… gehe ich in die Sauna. Als gebürtige Estin bin mit der Sauna aufgewachsen und kann einfach nicht ohne. Etwas Besseres, um sich wie neu geboren zu fühlen, gibt es nicht!

10. Wenn dich deine Freunde beschreiben sollten, wäre das erste Wort, das ihnen in den Sinn kommt:

… energisch.

11. Und dein Appell an die Welt lautet?

Shop small! Das soll heißen: Konsumiert weniger überflüssiges Zeug. Und wenn, dann in kleinen, selbständigen Läden, egal ob off- oder online!

Danke für das Interview!

Online Shop erstellen

Bilder: © XXXXXXXXX / Fotolia

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