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Experten sind sich einig: Amazon Business wird im B2B-Markt für Unruhe sorgen

von kraft

Amazon Business ist im April 2015 in den USA gestartet und bedient dort nach eigenen Angaben derzeit mehr als 400.000 Unternehmen. Im ersten Jahr wurden dort über eine Milliarde US-Dollar Umsatz gemacht. Die Hälfte der Bestellungen wurden über Händler auf dem Amazon-Marktplatz generiert, wie Amazon berichtet. Aktuell verkaufen dort 45.000 Händler.

Jetzt startet der Versandriese sein B2B-Portal „Amazon Business“ nun auch in Deutschland. Die Reihenfolge war unvermeidbar – Amazon testet neue Geschäftsmodelle traditionell erst in seinem Heimatmarkt, bevor dann der Roll-out in Europa startet. Ab sofort finden Gewerbetreibende daher unter amazon.de/business ein eigenes Angebot, das sich ausschließlich an Geschäftskunden richtet.

Prinzipiell können B2B-Kunden zwar schon lange auch Waren für ihr Geschäft einkaufen. Mit dem Marktstart des neuen B2B-Portals nimmt Amazon nun aber Geschäftskunden erstmals richtig ins Visier.

So können B2B-Verkäufer auf dem Amazon Marketplace nun zum Beispiel ihren Geschäftskunden nun gesonderte Angebote mit Netto-Preisen machen oder B2B-Kunden einen Mengenrabatt gewähren. Amazon Business dürfte so für reichlich Unruhe in einen sonst eher gemächlichen E-Commerce-Markt bringen.

Geschäftskunden wiederum können über ein Amazon-Konto nun Einkaufsgruppen erstellen, Zahlungslimits setzen und Auftragsnummern vergeben. Zusätzlich können B2B-Kunden auch ihre eProcurement-Lösung bei Amazon anbinden, über die sie bislang ihre Einkäufe tätigen.

B2B-Verkäufer können zudem den Kauf auf Rechnung anbieten, was bei (Privat-)Käufen von Marktplatz-Händlern sonst nicht möglich ist und Firmen-Kunden bislang von Amazon generell nicht angeboten wurde.

Gerade der letzte Punkt zeige, dass es Amazon mit dem B2B-Geschäft ernst meint – so argumentiert jedenfalls Peter Höschl, E-Commerce-Experte und Herausgeber des Info-Portals Shopanbieter.de.

Zwar würden aktuell bereits gewerbliche Kunden auf Amazon bestellen. Diese stammen ihm zufolge aber bislang eher aus dem semiprofessionellen und niedrigvolumigen Bereich, ergänzt Marc Aufzug, von der Kölner Factor-A GmbH.

„Durch neue Services wie Mengenrabatte spricht Amazon nun aber auch Großverbraucher wie mittelständische Unternehmen an, für die Amazon bisher eher uninteressant war“, so der Experte.

Viele Kleinbetriebe haben zwar schon lange über Amazon ihren Bedarf gedeckt – interessant wird Amazon nun aber erstmals für die mittleren Unternehmen, die bislang – mutmaßlich aus formalen Gründen – bei anderen Lieferanten ihre Ware beschaffen mussten.“ Hier werde Amazon Business nun punkten mit typischen B2B-Services wie Kauf auf Rechnung, MwSt.-konformen Belegen und Anzeige von Netto-Preisen.

Amazon Business wird vermutlich andere B2B-Portal stark unter Druck setzen. Nicht nur, weil das Konzept in den USA bereits seine Praxistauglichkeit bewiesen hat. Sondern weil Wettbewerber ihre B2B-Kunden im Vergleich zu Amazon auch mit „einer unfassbar schlechten User Experience“ (Thomas Lang von der Schweizer E-Commerce-Beratung Carpathia) quälen.

Es wird wenig Überzeugungsarbeit nötig sein, um B2B-Kunden zu gewinnen – denn Anwender wissen schon aus privaten Käufen, dass alles funktioniert.

Quelle: neuhandeln.de

Bilder: © XXXXXXXXX / Fotolia

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