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E-Commerce Analytics für Starter: 1. Das richtige Werkzeug

Du hast dich entschieden, anhand von Analytics in die Black Box Online-Shop hineinzuschauen? Glückwunsch! Dann stellt sich die Frage: Welches Werkzeug soll dir dabei helfen? Wir stellen dir die wichtigsten Tools mit ihren Vor- und Nachteilen kurz vor.
E-Commerce Analytics für Starter: 1. Das richtige Werkzeug

Der Platzhirsch unter den Analytics-Tools ist zweifelsohne Google Analytics: Je nach Statistik wird dem Datensammler von Google ein Marktanteil von bis zu 83 % bescheinigt. Diese Beliebtheit hat natürlich ihre Gründe – zum Beispiel die nahtlose Integration mit anderen Google-Diensten wie der Search Console, Adwords und YouTube.

Aber es gibt durchaus Alternativen – allen voran das Open Source Analyse-Tool Piwik. Und auch sinnvolle Ergänzungen, die aus den Analytics-Daten einfach mehr herausholen. Welche davon dir was bieten, stellen wir dir in Teil 1 unserer Analytics-Serie vor.

Google Analytics

Einer der Vorteile an Google Analytics: Die Einrichtung geht wirklich rasant schnell. Es ist keine Installation nötig – lediglich ein Google-Konto, in dem man sich bei Analytics anmeldet und den dortigen Tracking Code samt ID in den Shop-Quelltext einbindet. Dann kann’s auch schon losgehen. Fast.

Denn derzeit weiß Big Brother Google noch nicht, was für eine Website du eigentlich betreibst. Das solltest du ihm aber unbedingt verraten, denn für Online-Shops bietet das Analyse-Tool ein erweitertes E-Commerce-Tracking. Darin werden unter anderem Transaktionen und Produkte näher betrachtet sowie durchschnittliche Warenkorbwerte, die Zeit, die ein Kunde bis zum Checkout im Shop verbringt, und die Konversionsrate ermittelt.

Um das E-Commerce-Tracking zu aktivieren, musst du es zum einen in den Analytics-Einstellungen aktivieren und zum anderen den Tracking Code erweitern. Wenn du ein Shopsystem nutzt, das eine Google Analytics-Integration vorsieht – wie zum Beispiel VersaCommerce –, wird diese den zu integrierenden Tracking Code in der Regel bereits selbstständig auf die E-Commerce-Variante erweitern.

VersaCommerce ist direkt für Google Analytics vorbereitet. Einfach ID eingeben, konfigurieren, fertig.

Was du auf keinen Fall vergessen solltest, ist, auch die rechtliche Seite der Einbindung zu beachten. Denn von dem Moment an, in dem du den Tracking Code einbindest, sammelt dieser in deinem Auftrag Daten deiner Kunden. Darüber musst du deine Benutzer informieren, am besten im Rahmen der Datenschutzerklärung, und sie außerdem auf ihre Möglichkeit zum Widerspruch („Opt-out“) hinweisen. Das Sammelverhalten von Google Analytics ist im Blick auf den Datenschutz gerade in Deutschland nicht unumstritten. Dass Google alle Analytics-Daten auf seinen US-Servern speichert, ist dabei einer der Hauptkritikpunkte, auch wenn die rechtliche Lage sich seit dem Beitritt Googles zum Privacy Shield-Abkommen etwas verbessert hat.

Piwik

Eine gerade in Sachen Datenschutz deutlich weniger problematische Analytics-Lösung ist Piwik. Der größte Unterschied liegt dabei in der Speicherung der Daten: Die werden nämlich nicht auf irgendwelchen Unternehmensservern irgendwo auf der Welt, sondern auf deinem eigenen Server abgelegt. Damit das möglich ist, musst du Piwik anders als Google Analytics natürlich auch auf deinem eigenen Server installieren. Dafür brauchst du allerdings auch nicht mehr als für eine Standard-CMS-Installation: ein bisschen Speicherplatz, eine aktuelle PHP-Version und eine (möglichst leere) MySQL-Datenbank.

Aber Achtung: Auch wenn Piwik als datenschutzkonforme Analytics-Alternative gilt, musst du deine Nutzer in deiner Datenschutzerklärung dennoch über den Einsatz des Analyse-Tools informieren und sie auf ihr Recht zum Opt-out hinweisen.

Dass Piwik datenschutzrechtlich besser einzustufen ist, hat verständlicherweise auch zur Folge, dass es nicht so viele Daten liefert wie Google. Beispielsweise kann Google Analytics dir durch den Zugriff auf das Doubleclick-Netzwerk auch zusätzliche demografische Daten (Alter, Geschlecht etc.) und Informationen zu Interessen der Nutzer liefern. Die bekommst du von Piwik nicht. Auch die Geolokalisierung ist in Piwik nicht so präzise: Während Google deine User bis auf Stadt-Ebene verortet, musst du dich in Piwik mit dem Land zufrieden geben. Hier solltest du vor einer Entscheidung abwägen, wie wichtig solche Daten für deine Marketing- und Optimierungsaktivitäten sind.

Piwik hat aber auch über die Datenschutzthematik hinaus Vorteile gegenüber Google. Beispielsweise eine höhere Resistenz gegenüber Adblockern und Referral-Spam, was eine realistischere Datenbasis zur Folge hat. Darüber hinaus ist die Analyse der Daten bei Bedarf erweiterbar: Die Open-Source-Lösung lässt sich mit entsprechendem Know-how ganz individuell den eigenen Bedürfnissen anpassen.

Die Möglichkeit zum E-Commerce-Tracking bietet Piwik übrigens ebenso wie Google Analytics, und manche Shopsoftware bietet auch für dieses Tool eine bequeme Integration via Plugin.

eTracker

Eine kostenpflichtige Analytics-Alternative kommt aus Deutschland: eTracker bietet ähnliche Daten wie Google Analytics (Live Tracking, Traffic-Analyse, Engagement-Analyse (Verweildauer, Aktionen pro Besuch, Absprungrate etc.), Standort- und Technik-Analyse. Ab der Pro-Version kommen ein ausführliches E-Commerce-Tracking, verschiedene Marketing-Reports sowie Analysen zur User Experience dazu.

Nach eigenen Angaben sind alle eTracker-Tools rundum datenschutzkonform.

Kissmetrics

Weniger als Alternative, sondern mehr als Ergänzung zu Google Analytics versteht sich kissmetrics. Die Software lässt sich auf das E-Commerce Tracking von Google Analytics „draufsetzen“ und liefert dir dann zusätzliche Informationen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • der Standard-Weg, den Besucher in deinem Shop gehen, bevor sie kaufen,
  • welche Marketing-Kanäle dir den höchsten ROI bringen,
  • welche Blog-Posts die höchste Konversionsrate haben,
  • wie viele Blog-Posts ein Besucher anschaut, bevor er deinen Newsletter abonniert und
  • wie viel Zeit zwischen dem ersten Besuch eines Kunden und seinem ersten Kauf liegt.

Auch kissmetrics ist nicht kostenlos, sondern ganz im Gegenteil nicht ganz billig – mindestens 200 EUR im Monat musst du dafür schon einplanen.

Die Qual der Wahl

Welches Tool für deine Zwecke das richtige ist, kannst letzten Endes nur du selbst entscheiden. Es hängt ebenso von deinem Budget, deinem Know-how und deinen Ansprüchen ab wie von der eingesetzten Shop-Software, deren Anbindungen und Integrationen sowie den übrigen Marketing-Tools, die bei dir zum Einsatz kommen.

Einen Blick in die Black Box bieten sie dir alle. Welche Kennzahlen dabei besonders wichtig sind, was sie dir verraten und wie du sie interpretieren kannst, verraten wir dir in den folgenden Artikeln dieser Serie.


Die Komplette Serie:

Einleitung: https://www.versacommerce.de/blog/e-commerce-analy...

Teil 1: https://www.versacommerce.de/blog/e-commerce-analy...

Teil 2: https://www.versacommerce.de/blog/e-commerce-analy...


Bilder ©anyaberkut / Fotolia

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Autor

Dr. Katja Flinzner

Katja unterstützt Unternehmen aus der digitalen Welt beim (grenzüberschreitenden) Content Marketing. Sie ist Spezialistin für Internationalisierung und Qualitätssicherung in Web & Print, mit einem Schwerpunkt im E-Commerce. Als Fachautorin schreibt sie über Themen aus den Bereichen IT, Web, E-Commerce und digitale Bildung.

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