Beschaffungsmarketing

Beschaffungsmarketing, auch bekannt als Beschaffungsmanagement oder Lieferantenmarketing, bezieht sich auf den Prozess der Identifizierung, Evaluierung, Auswahl und Entwicklung von Lieferanten, um den Bedarf an Waren und Dienstleistungen eines Unternehmens optimal zu decken. Es ist ein entscheidender Bestandteil der Supply-Chain-Strategie und zielt darauf ab, die richtigen Lieferanten zu finden, die bestmöglichen Preise und Konditionen auszuhandeln und eine starke, langfristige Geschäftsbeziehung aufzubauen.

Beschaffungsmarketing ist aus mehreren Gründen wichtig:

  1. Kostenreduktion: Eine effektive Beschaffungsstrategie hilft Unternehmen, Kosten zu reduzieren, indem sie die günstigsten Preise und besten Lieferkonditionen aushandelt. Dies führt zu einer höheren Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt.

  2. Qualitätssicherung: Beschaffungsmarketing stellt sicher, dass die Waren und Dienstleistungen, die von Lieferanten bezogen werden, den Qualitätsstandards und Anforderungen des Unternehmens entsprechen. Dies trägt dazu bei, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und die Reputation des Unternehmens zu stärken.

  3. Risikomanagement: Durch die Auswahl zuverlässiger und leistungsfähiger Lieferanten können Unternehmen das Risiko von Lieferengpässen, Qualitätsproblemen oder anderen Störungen in der Lieferkette minimieren. Dies trägt zur Sicherstellung einer kontinuierlichen und stabilen Versorgung bei.

  4. Innovation und Wettbewerbsvorteil: Das Beschaffungsmarketing ermöglicht es Unternehmen, Zugang zu den neuesten Technologien, Innovationen und Branchentrends zu erhalten, indem sie mit führenden Lieferanten zusammenarbeiten. Dies kann dazu beitragen, dass das Unternehmen wettbewerbsfähig bleibt und sich von seinen Mitbewerbern abhebt.

  5. Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung: Im Rahmen des Beschaffungsmarketings können Unternehmen auch Lieferanten auswählen und fördern, die ethische und umweltfreundliche Praktiken einhalten. Dies hilft Unternehmen, ihren sozialen und ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und ihren Ruf als verantwortungsbewusste Organisation zu stärken.

Insgesamt ist Beschaffungsmarketing ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Einzelhandels- und E-Commerce-Unternehmen, da es dazu beiträgt, Kosten zu senken, die Qualität und Zuverlässigkeit der angebotenen Produkte zu gewährleisten und die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt zu erhalten. Durch die Implementierung einer effektiven Beschaffungsstrategie können Unternehmen ihre Chancen maximieren, langfristig erfolgreich zu sein.

Beispiel

Beschaffungsmarketing ist ein wichtiger Aspekt im Einzelhandel und E-Commerce, um sicherzustellen, dass Händler qualitativ hochwertige Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen von vertrauenswürdigen Lieferanten erhalten. Ein effektives Beschaffungsmarketing hilft nicht nur dabei, die richtigen Produkte zu beschaffen, sondern auch dabei, langfristige Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten aufzubauen und die Effizienz der Lieferkette zu optimieren. Hier ist ein Beispiel für Beschaffungsmarketing für Händler.

Ein Modeeinzelhändler in Deutschland möchte sein Sortiment um nachhaltige und umweltfreundliche Kleidung erweitern. Dieser Händler hat bereits eine etablierte Kundenbasis und möchte nun sein Angebot um ethische und ökologische Produkte erweitern, um auf die steigende Nachfrage nach nachhaltiger Mode zu reagieren. Um dies zu erreichen, setzt der Händler eine Beschaffungsmarketing-Strategie um, die sich auf die folgenden Schritte konzentriert:

  1. Marktanalyse: Zunächst führt der Händler eine Marktanalyse durch, um die besten Lieferanten für nachhaltige Kleidung und die aktuellen Trends und Preise im Markt zu identifizieren. Dies kann durch Recherche in Branchenpublikationen, Teilnahme an Fachmessen und Networking-Events sowie durch Gespräche mit anderen Händlern und Experten in der Branche erfolgen.

  2. Lieferantenauswahl: Basierend auf den Ergebnissen der Marktanalyse erstellt der Händler eine Liste potenzieller Lieferanten, die nachhaltige Kleidung produzieren, und bewertet sie anhand von Kriterien wie Produktqualität, Preis, Liefertreue, Flexibilität und Kommunikationsfähigkeit.

  3. Lieferantenkontakt: Der Händler tritt in Kontakt mit den ausgewählten Lieferanten, um weitere Informationen über ihre Produkte, Produktionsmethoden und Lieferbedingungen zu erhalten. Dies kann über E-Mail, Telefon oder persönliche Treffen erfolgen.

  4. Verhandlungen und Vertragsabschluss: Sobald der Händler einen oder mehrere passende Lieferanten gefunden hat, beginnen die Verhandlungen über Preise, Lieferbedingungen, Zahlungsmodalitäten und andere Vertragsdetails. Nach erfolgreicher Verhandlung wird ein Vertrag abgeschlossen, der die Geschäftsbeziehung zwischen Händler und Lieferant regelt.

  5. Lieferantenmanagement und -entwicklung: Nachdem die Geschäftsbeziehung mit dem Lieferanten etabliert ist, ist es wichtig, diese kontinuierlich zu pflegen und weiterzuentwickeln. Dies kann durch regelmäßige Kommunikation, Feedback und Performance-Überprüfungen sowie durch gemeinsame Projekte zur Verbesserung der Produktqualität oder Effizienz der Lieferkette erreicht werden.

Durch die Umsetzung dieser Beschaffungsmarketing-Strategie kann der Modeeinzelhändler nicht nur sein Sortiment um nachhaltige Kleidung erweitern, sondern auch langfristige Partnerschaften mit Lieferanten aufbauen und seine Position im Markt stärken.


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